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Rückblick Tag des offenen Denkmals 2018

Wir haben inzwischen zum dritten Mal am Tag des offenen Denkmals teilgenommen. Diese inzwischen 25 Jahre alte Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“.

Von 10 bis 16 Uhr haben wir interessierte Besucher empfangen. Ähnlich wie beim 3. Portalfest Ende August stand natürlich das im neuen Glanz strahlende spätromanische Portal im Mittelpunkt. Die Mitglieder des Förderkreises erläuterten die vom Steinrestaurator durchgeführten Arbeiten. An Hand der am Informationsstand ausliegenden Fotos wurde der Vorher-Nachher-Zustand augenscheinlich. Dies stieß auf reges Interesse.

Große und kleine Entdecker konnten den Glockenturm erklimmen, ganz vorsichtig eine der Glocken zum Klingen bringen, die Umgebung von oben bestaunen, mit dem Fernglas den Petersberg suchen, „Schatzkisten“ öffnen, Schrift auf dem Taufstein lesen, Altar und Kanzel erkunden und alte Inschriften (von ca. 1925) entziffern.


Nach der Turmbesteigung und Kirchenbesichtigung gab es Getränke und Kuchen.

Was bleibt am Ende des Tages? Für die Förderkreismitglieder das Resümee, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

Rückblick 3. Portalfest

Am 18. August feierten wir das inzwischen 3. Portalfest und konnten ca. 80…90 Gäste begrüßen. Das Kirchenschiff und die Empore waren voll besetzt. Neben der Besichtigung des restaurierten Portals dürften viele Besucher wegen des Benefizkonzertes gekommen sein.  Die Vorbereitungen – vom „Klar-Schiff-machen“ bis zum Kuchen backen – lagen wieder in den Händen von Förderkreis und Frauentreff.

Im Bild ist das Ergebnis der Restaurierung im Vorher-Nachher-Vergleich zu sehen, wobei am Schutzdach noch einige Detailarbeiten auszuführen sind.


Unsere seit Heiligabend 2016 instand gesetzte Kirchenglocke läutete den Nachmittag ein.

Das Portal strahlt nach 800 Jahren wieder im neuen Glanz und ist mit einem Schutzdach versehen. Das Gelingen dieses Vorhabens ist zum großen Teil Landeskonservator i.R. Gotthard Voß als Sprecher des Förderkreises zu verdanken. Auf Rosenblättern wurde Herr Voß in die Kirche geleitet. Der Förderkreis würdigte sein Engagement verbunden mit den besten Wünschen zum 80. Geburtstag.  Gedankt wurde ebenfalls dem Steinrestaurator Frank-Uwe Albrecht und den Mitgliedern des Förderkreises.

Der Gemeindepfarrer Dr. Kranich leitete über zum Benefizkonzert mit Ausführungen  zu  Franz Schuberts Verhältnis zu Kirche und Glauben.

Musikalischer Höhepunkt war der Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ für Singstimme, Hammerflügel und Sprecher. Wilhelm Müllers Gedichtsammlung wurde 1823 von Franz Schubert vertont.  Gewandhausorganist Michael Schönheit gab eine kurze Werkeinführung
Michael Schönheit – Hammerflügel
Albrecht Sack – Tenor
Wolfgang Mähnert – Sprecher


Nach dem Dank an die Künstler luden Kaffee & Kuchen sowie herzhafte Speisen zum Verweilen und Gespräch ein. Die Möglichkeit der Besichtigung der Kirche mit Wäldner-Orgel, Dachstuhl und Turmaufstieg zu den Glocken wurde intensiv genutzt.

3. Portalfest

Das spätromanische Portal erstrahlt im neuen Glanz. Das rechte Bild zeigt zum Vergleich den Zustand vor der Restaurierung.

Mit der Eindeckung des Schutzdaches ist die Restaurierung so gut wie abgeschlossen. Dies möchten wir mit Ihnen feiern. Am Sonnabend, dem 18. August 2018, findet das mittlerweile 3. Portalfest statt, zu dem wir Sie herzlich einladen möchten.

Es beginnt 14 Uhr mit dem Benefizkonzert „Die schöne Müllerin“. Als ein besonderes Erlebnis findet in der Kirche die Generalprobe für das am Folgetag im Dom zu Merseburg zur Aufführung kommende Konzert statt. Franz Schubert komponierte den Liederzyklus für Singstimme, Hammerflügel und Sprecher 1823. Ausführende sind Gewandhausorganist
Michael Schönheit – Hammerflügel
Albrecht Sack – Tenor
Wolfgang Mähnert – Sprecher.

Bitte beachten Sie die geänderte Anfangszeit gegenüber der ersten Vorankündigung im Amtsblatt. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende zur Deckung der Unkosten der Künstler und der Restaurierung wird gebeten.

Danach Gespräche, Erläuterungen und Begegnungen bei Kaffee und Kuchen. Anwesend sind der Steinrestaurator Frank-Uwe Albrecht und die Mitglieder des Förderkreises. Die Besteigung des Kirchturms mit Besichtigung der Glocken und des Dachstuhls von ca. 1220 ist möglich.

Es wird ein Abendimbiss vom Grill angeboten.

Exkursion

In der Jahresplanung 2018 haben wir voraus geschaut auf eine Exkursion mit Kolloquium nach Hayna bei Schkeuditz und anschließend nach Naundorf. Nachfolgend der von Förderkreismitgliedern für das Amtsblatt der Gemeinde Kabelsketal verfasste Bericht.

Zwei romanische Portale im Mittelpunkt einer Exkursion

Es ist schon bemerkenswert und sicher auch kein Zufall, dass ca. 16km Luftlinie von Naundorf entfernt in Hayna, einem Ortsteil von Schkeuditz, ebenfalls eine Dorfkirche mit einem romanischen Portal existiert, das sowohl in seinen Abmessungen als auch mit seiner kunstvollen Gestaltung eine große Ähnlichkeit mit dem Portal unserer Naundorfer Kirche aufweist. Beide Portale sind zweistufig, d.h. sie haben auf jeder Seite zwei reich verzierte Säulen, und sie weisen ein ähnlich gestaltetes Tympanon (Bogenfeld) auf. Sie laden an ihren jeweiligen Standorten zum Eintreten ein und  ihre Schönheit weist auf die Bedeutung des Inneren hin. Beide Sandsteinportale sind Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden und die Verwitterungsschäden über den langen Zeitraum erforderten eine Restaurierung.

Herr Voß, der 1. Sprecher unseres Förderkreises Romanisches Portal Kirche Naundorf, hatte am 14. April 2018 die Freunde der Bau- und Kunstdenkmäler aus Halle (ca. 30 Personen), den Förderkreis und die Restauratoren beider Portale sowie weitere Gäste zu Vor-Ort-Besuchen zuerst in Hayna und dann in Naundorf sowie zu Gesprächen über die durchgeführten Arbeiten in einem Kolloquium eingeladen.

In Hayna berichtete Herr Gläser als Bildhauer und Verantwortlicher für die Restaurierung vor dem Portal über den im Jahre 1997 vorgefundenen Zustand und die durchgeführten Arbeiten. Die Säulen waren bereits im Museum gelagert worden und Pflanzen wuchsen aus den Fugen. Nach der Sicherung und Festigung der vorhandenen Steine und Fugen erfolgten Steinergänzungen.

Drei der eingelagerten Säulen konnten nach der durchgeführten Festigung mit Kieselsäureester wieder aufgestellt werden; zur Herstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes wurde eine vierte Säule in romanischer Anmutung aus Sandstein neu gefertigt und mit eingefügt. Nur an den Kapitellen der erhaltenen Säulen ist die ursprüngliche qualitativ gute Steinmetzarbeit noch erkennbar. Vorerst ist der Verfall gestoppt, aber da ein Wetterschutz nicht vorhanden ist, kann die Verwitterung nicht für immer aufgehalten werden. Der anwesende Herr Schulz, ein Einwohner von Hayna, hatte auch den Besuch des Kircheninneren ermöglicht; bei Kontrollbegehungen beobachtet er regelmäßig den Zustand von Portal und Kirche.

Nach den Besichtigungen und Erörterungen in Hayna fuhren die Teilnehmer der Veranstaltung nach Naundorf. Hier wurden sie vor dem Beginn der Gespräche über die Restaurierung des  Portals von fleißigen Helfern des Förderkreises Romanisches Portal Naundorf mit Essen und Getränken in Form eines Imbisses an Stehtischen versorgt. Herzlichen Dank diesen Förderkreismitgliedern, die vorher auch die Speisen und Getränke sowie die Tische beschafft hatten und an den Besichtigungen und Erörterungen in Hayna nicht teilnehmen konnten.

Die Bedingungen für die Restaurierung des romanischen Portals in Naundorf boten ein anderes Erscheinungsbild. Die Verwitterung des Sandsteins war bei Restaurierungsbeginn nicht so weit fortgeschritten, auch dank eines über viele Jahre unansehnlich gewordenen aber bis zur Restaurierung wirkungsvollen provisorischen Schutzdaches.

Herr Voß berichtete den Anwesenden über die ersten Schritte zur Bildung des Förderkreises in der Ortschaft Dölbau im Jahre 2015, der sich als Ziel die Restaurierung des im Ortsteil Naundorf befindlichen romanischen  Portals gestellt hatte, und wie durch Sammelaktionen bei Dorffesten, bei selbst organisierten Portalfesten mit Benefizkonzerten und bei der Beteiligung am Tag des offenen Denkmals auf das Portal und seinen Zustand aufmerksam gemacht wurde. Wichtigster „Begleiter“ war dabei die Sammelbüchse. Fördermittel wurden eingeworben und Dölbauer Firmen beteiligten sich mit Spenden. All dies ermöglichte im Jahr 2016 die Schadensaufnahme und die Erarbeitung einer mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmten Maßnahmekonzeption.

Der Steinrestaurator, Herr Albrecht, nahm im Schutze eines Foliendaches  über dem vom Förderkreis bereitgestellten Baugerüst die wesentlichen Schritte der Restaurierung im Jahre 2017 vor. Anhand seiner Bilder und Erläuterungen konnten die Anwesenden Einblicke in die Arbeiten zur  Entsalzung, beim behutsamen Reinigen, bei der Festigung des Sandsteins mit Kieselsäureester und bei der Ergänzung von verwitterten Sandsteinoberflächen mit einem speziellen Kalkmörtel erhalten. Die am Tympanon und an den Säulen festgestellten Farbreste konnten leider keiner bestimmten Zeit zugeordnet werden.

Dr. Höhne vom Landesamt für Denkmalschutz Sachsen-Anhalt, der sich in seiner Dissertation intensiv und umfänglich mit den romanischen Dorfkirchen des Saalkreises beschäftigt hatte, wies vor dem Portal in seinen Ausführungen auf die reiche Ausstattung der Kirche mit romanischen Elementen hin. Dies betrifft u.a. die umlaufenden Traufkanten und Lisenen an den Ecken. Vergleiche der Verzierungen und Schmuckelemente sowie das zweigeteilte Tympanon, die sich an den Portalen der Stiftskirche auf dem Petersberg und an der Naundorfer Kirche wiederholen, weisen auf die qualitätsvolle Arbeit der Steinmetze vom Petersberg hin.

In Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden wurde noch im Dezember 2017 von ortsansässigen Firmen die Fertigung und Montage eines dauerhaften Schutzdaches vorgenommen, damit das Portal künftig nicht wieder von oben durch Regenwasser durchfeuchtet wird. Dank einer großzügigen Spende der Freunde der Bau- und Kunstdenkmale konnte diese Maßnahme finanziell abgesichert und verwirklicht werden.

Ein Beitrag zur Geschichte und Gegenwart des Gebietes östlich von Halle schloss das „Exkursionskolloquium“ ab.

1918 -2018

Im letzten Beitrag zur Jahresplanung 2018 wurde u.a. auch auf das Ehrenmal zum Gedenken an die Toten des 1. Weltkrieges an der Südseite des Turmes der Naundorfer Kirche hingewiesen (dazu auch Beiträge vom  und ). 100 Jahre nach dem Krieg mit ca. 9,7 Millionen Toten unter den Soldaten und rund 10 Millionen Toten unter den Zivilisten ist die Lesbarkeit der Erinnerung teilweise verblasst. Ein Ergebnis von Regen und Witterung allgemein (siehe Bild links und oben). Dank eines Zeitungsartikels lassen sich aber alle unleserlichen Inschriften ziemlich genau rekapitulieren.

In einem der letzten Amtsblätter wurde von Dr. Niephagen das gleiche Thema für das an der Leipziger Chaussee gelegene Ehrenmal für die Gefallenen der Gemeinden Dieskau und Zwintschöna angesprochen (Bildquelle: Wikipedia). Es werden die ehemals auf dem Denkmal verzeichneten Namen gesucht.

Insgesamt umfasst die Liste der Kulturdenkmale in Kabelsketal vier, allesamt frei stehende, Kriegerdenkmale/Ehrenmale. Darin nicht enthalten ist das oben genannte Ehrenmal an der Südseite des Turmes der Naundorfer Kirche, obwohl es im aktuellen Dehio von 1999 „Sachsen-Anhalt II: Regierungsbezirke Dessau und Halle“1)Sachsen-Anhalt II: Regierungsbezirke Dessau und Halle, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1999, ISBN 978-3-422-03065-7, Seite 609 erwähnt wird:

An der Turmsüdseite fein gestaltetes Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, um 1925.

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1. Sachsen-Anhalt II: Regierungsbezirke Dessau und Halle, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1999, ISBN 978-3-422-03065-7, Seite 609

Jahresplanung 2018

Am 8. Februar traf sich der Förderkreis um die Ziele und Aktivitäten für 2018 zu besprechen. Mitte Dezember letzten Jahres konnten wir das Richtfest feiern. Die Arbeiten am Portal selber sind im Wesentlichen abgeschlossen. Der Steinrestaurator Herr Albrecht wird im Frühjahr Restarbeiten ausführen. Konkret sind dies finale Farb- und Oberflächenangleichungen.

Im Umfeld des Portals soll das Schutzdach seine endgültige Dachhaut erhalten und der Bereich zwischen Friedhofseingang und Kirche wird eine neue Gestaltung erfahren. Wir sind optimistisch dies noch vor dem 14. April zu schaffen.


An diesem Tag ist eine Exkursion mit anschließendem Kolloquium geplant. Zuerst wird die Kirche in Hayna bei Schkeuditz besucht. Wie auf den Fotos dieses Beitrages ersichtlich ist das dortige Portal unserem vergleichbar; das Restaurierungsergebnis ist jedoch ein völlig anderes. Anschließend wird unser Portal vorgestellt und in der Kirche finden Vorträge und Diskussionen statt.

Das inzwischen 3. Portalfest findet dies Jahr nicht im Juni sondern erst am 18. August statt.

Ebenfalls zum 3. mal werden wir am Tag des offenen Denkmals am 9. September teilnehmen.

Neben diesen Veranstaltungen wollen wir versuchen drei Vorhaben in die Wege zu leiten:

  1. Das Ehrenmal zum Gedenken an die Toten des 1. Weltkrieges an der Südseite des Turmes (Siehe Link 1 und Link 2)
  2. Das schadhafte Kirchenrechnungsbuch ab 1685 (Siehe Link 1 und Link 2)
  3. Die Ertüchtigung der kleinen Glocke im Turm (Siehe Link Glocken)

Richtfest

Inzwischen ist das Weihnachtsfest vorbei. Wie schon 2016 läutete die zum Klingen erweckte Glocke den Gottesdienst ein. Dies Jahr konnte die Kirche auch durch das wieder erstrahlte Portal betreten werden. Durch die Beseitigung des Wildwuchses vor dem Portal kam es besonders zur Geltung.

Die Arbeiten am Portal sind im Wesentlichen abgeschlossen. Das Schutzdach mit einer vorerst provisorischen Dacheindeckung wurde montiert. Dies alles war Grund für das Richtfest am 16. Dezember. Es begann zusammen mit Gästen, Sponsoren und Fördergeldgebern in der Kirche. Pfarrer Dr. Kranich wurde vom Gewandhausorganisten Herrn Schönheit und Frau Dargel begleitet.

Vor dem Portal wurde vom 1. Sprecher des Förderkreises, Herrn Voß, der Richtspruch vorgetragen, die Richtkrone gesetzt und mit Sekt angestoßen. Zwischen dem ersten Faltblatt zum Projekt und dem Richtfest sind nur zwei Jahre vergangen.

Anschließend gab es im Gemeindezentrum bei einem Imbiss viele interessante Gespräche. Im Bild der Restaurator Herr Albrecht.

Nach ziemlich genau 800 Jahren erstrahlt das Portal wieder. Nach den Restarbeiten im Jahr 2018 können wir zum Portalfest und dem Tag des offenen Denkmals unser Schmuckstück einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Schutzdach

Eine Woche vor dem geplanten Richtfest sind die Konsolen für das Schutzdach geliefert worden. Sie wurden von den ortsansässigen Firmen Sperling und Petermann montiert. Bedingt durch die Unebenheit der Kirchenwand war die Ausrichtung etwas knifflig. Nächste Woche wird eine noch nicht finale Dachfläche aufgelegt.

Die endgültigen Arbeiten erfolgen zusammen mit der Gestaltung des Eingangsbereichs vor dem Portal und der Beleuchtung 2018.