Osterfeuer

Wie schon im Vorjahr war der Förderkreis beim Osterfeuer auf dem Sportplatz Kleinkugel vertreten. Wir konnten über das Portal und den Stand der Restaurierung mit entsprechendem Bildmaterial informieren, mit den Besuchern des Osterfeuers ins Gespräch kommen und auch das Spendenaufkommen erhöhen.

Der Förderkreis dankt seinen Mitgliedern Christina & Helmut Huhn sowie Heribert Wille für ihren Einsatz sowie den zahlreichen Spendern für die Unterstützung unserer Arbeit.

Kirchenbuch II

Am Glockenstuhl sind Verkrustungen zu sehen. Auf den ersten Blick sehen sie entsprechend ihrer Farbe und Struktur aus wie Brandspuren. Es sind jedoch jahrhundertealte Reste vom Schmieren der beiden Glockenlager.

Uns ist heute der Begriff bzw. die Tätigkeit des „Klingelsäcklers“ nicht mehr geläufig, obwohl das damit beauftragte Gemeindemitglied 1685 sogar hinter Kirchenvätern und Bauherren auf dem Deckblatt des Kirchenrechnungsbuches benannt wurde (Siehe Beitrag vom 7. März 2017).

Ähnlich ist die Tätigkeit des „Glockenschmierers„. Der Schulmeister wurde offensichtlich auch noch für die Wartung der Glocken bezahlt. Er erhielt dafür 1685 einen Betrag von 18 Groschen. Wenn man davon ausgeht, dass die kursächsischen Münzordnung von 1558 noch Gültigkeit hatte, dann entsprechen 20 Groschen einem (Silber-)Gulden. Um 1700 entsprach in Sachsen 1 Gulden einer heutigen Kaufkraft von ca. 30 Euro.

 

Cap. 2

Ausgabe dem Pfarrhl, Schulmeister
und Kirchenvätern

Dem Pfarrhl auf Trinitatis
Eidem1)nämlich präsent
denen Kirchenvätern
zum Neuen Jahre Eidem
Glockenschmierer dem Schulmeister

Cap. 3

Ausgabe vor Wein zur Communion und
Wachskertzen

vor Wein
vor Hostien
vor Wachslichter

 

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1. nämlich

800 Jahre – 100 Jahre

Das spätromanische Portal ist ca. 800 Jahre alt und hat teilweise verwitterte Stellen. Links daneben an der Turmsüdseite befindet sich ein Ehrenmal zum Gedenken an die Toten des Ersten Weltkrieges. Nach nicht einmal 100 Jahren zeigen die Bildbeispiele unten eine der sehr gut lesbaren Inschriften und eine aus dem rechten oberen Teil des Ehrenmals, die überhaupt nicht mehr zu entziffern ist.

Nach einem Menschenleben „verschwindet“ somit Geschichte.


Dieses Gefallenendenkmal, oft auch als Kriegerdenkmal bezeichnet, wird in den verschiedenen Ausgaben des Dehio erwähnt oder auch unterschlagen (Siehe Beitrag vom 16. Februar 2017). Die letzte unsere Region betreffende Ausgabe „Sachsen-Anhalt II: Regierungsbezirke Dessau und Halle“1)Sachsen-Anhalt II: Regierungsbezirke Dessau und Halle, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1999, ISBN 978-3-422-03065-7, Seite 609 des Dehio erschien 1999.

An der Turmsüdseite fein gestaltetes Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, um 1925.

In der Ausgabe Bezirk Halle von 1976 mit Nachdruck von 1990 wird das Gefallenendenkmal unterschlagen.

Aus den Anfangstagen hat sich ein undatierter Zeitungsauschnitt erhalten.

Die Druckqualität entspricht dem damaligen Standard für Zeitungen. Auch unter Ausnutzung aller Möglichkeiten moderner Scantechnik und dem Vergleich vor Ort bleiben zwei Worte unleserlich. Unten sind die Inschriften der 20 Namensbereiche zu sehen (auch als PDF-Datei).

Bei der Recherche nach einem  vielleicht doch irgendwo vorhandenen Hinweis  auf unser Denkmal stößt man auf die Liste der Kulturdenkmale in Kabelsketal und darin auf 4 Kriegerdenkmale als Bau- und Kleindenkmale. Das Denkmal an der Naundorfer Kirche ist nicht erfasst.

Ebenfalls ohne Erfolg war die Suche im Onlineprojekt Gefallenendenkmäler mit aktuell über 2 750 000 Namen.  Aus der unmittelbaren Umgebung sind z.B. Ammendorf und Osmünde aufgelistet.

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1. Sachsen-Anhalt II: Regierungsbezirke Dessau und Halle, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1999, ISBN 978-3-422-03065-7, Seite 609